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Ich empfehle das Zimmertheater Rottweil: Thema Drogen und Sucht

Aktualisiert (30. November 1999) 13. Januar 2012

Aus der Ankündigung des Zimmertheaters zum Stück BIG DEAL:

Alex: Wann hast du zum letzten Mal einen Tag ohne Kiffen ausgehalten?
Jan:  Weiß ich nicht mehr ...
Drogen sollten legal sein, und Kiffen ist nicht gefährlicher als Alkohol – das findet jedenfalls Jan, der auf einer Party von der Polizei mit einer größeren Menge Cannabis erwischt wird. Vater Carl dagegen nennt Jan „einen Verbrecher“ und hat Angst, sein Sohn könne auf die schiefe Bahn geraten. Vater und Sohn leben anscheinend auf zwei verschiedenen Planeten. Das Stück erzählt von der vorsichtigen Annäherung zwischen den beiden – vermittelt durch die Drogenberaterin Alex.

Es geht um einen jungen Mann, dessen Kontakt zu seinem Vater gestört ist. Uns interessiert die Frage: Wie kommt es dazu, dass Kinder und Eltern einander so fremd werden, was ist da passiert? Das Stück hält Möglichkeiten für eine Annäherung bereit, allerdings geht das nur über den Konflikt.

Die NRWZ schreibt dazu:

David S. Craig verhandelt in „Big Deal?“ Themen, mit denen sich nicht wenige Eltern und Jugendliche irgendwann einmal konfrontiert sehen. Unüberbrückbar scheinen Weltsichten, fast könnte man meinen, man lebe auf unterschiedlichen Planeten.

 Die große Stärke von „Big Deal?“ ist, dass Daniel S. Craig ein Stück sehr nah an der Realität geschrieben hat. Kein Wunder, war doch die eigene Erfahrung der Anstoß: Einst ein mit Drogen locker hantierender rebellischer Jungspund ist der Autor mittlerweile selber zu einem Vater geworden, der entsprechenden Experimenten seines Sohnes nicht entspannt zusehen kann.

 Ergebnis des zweifachen Einblicks ist ein sehr authentisches Stück, das nicht vorschnell den moralischen Zeigefinger erhebt. Es verspricht keine einfachen Lösungen. Vielmehr führt Craig mit Dialogen in erfahrungssatter, anschaulicher Alltagssprache in die Denk- und Gefühlswelten sowohl des Vaters wie des Sohnes ein. Dass sich bei beiden etwas bewegt, wird deutlich. Wie Jans Weg jedoch weitergehen wird, lässt der Autor ungeklärt.