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Wenn die Arbeit krank macht...

Aktualisiert (15. Juli 2010)

23.März 2010 — Deutsches Ärzteblatt
Berlin – Stress und Angst um den Job lassen deutsche Arbeitnehmer immer häufiger seelisch erkranken. Psychische Leiden waren 2008 für knapp elf Prozent aller Fehltage verantwortlich, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Studie der Bundespsychotherapeutenkammer hervorgeht. Diese Krankschreibungen hätten sich seit 1990 fast verdoppelt und verursachten überdurchschnittlich lange Fehlzeiten.
Besonders von psychischen Erkrankungen ist daher den Angaben zufolge der Dienstleistungssektor und hier in erster Linie die Branche der Call-Center betroffen. Deren Mitarbeiter fielen etwa doppelt so häufig aufgrund psychischer Erkrankungen aus wie der Durchschnitt aller Erwerbstätigen. Auch seien Frauen doppelt so häufig wie Männer von Depressionen betroffen. Insgesamt kostete die Behandlung depressiver Störungen die Krankenkassen 2004 rund 4,3 Milliarden Euro.

Mehr noch als berufliche Belastungen macht jedoch der Verlust des Arbeitsplatzes psychisch krank. Arbeitslose sind laut der Auswertung der jährlichen Gesundheitsreporte der gesetzlichen Krankenkassen drei- bis viermal so oft betroffen wie Erwerbstätige. Die Krankheit sei meist nicht Ursache der Arbeitslosigkeit, sondern entwickle sich durch das geminderte Selbstwertgefühl.

Siehe auch diesen Beitrag Deutsches Ärzteblatt PP vom April 2010 (hier als PDF-Dokument) sowie diesen Beitrag im Deutschen Ärzteblatt PP ebenfalls vom April 2010 (hier als PDF-Dokument). In die gleiche Richtung geht der Beitrag auf der Website der BundesPsychotherapeutenKammer BPtK

Meine Meinung: Das kurzfristige Profitstreben, aus den Mitarbeitern immer mehr Leistung zu pressen und die menschlichen Bedürfnisse nach Wertschätzung, Anerkennung, Erfüllung zu vernachlässigen, bezahlt hier die Gemeinschaft der Bürger und die Mitarbeiter bezahlen mit ihrer Gesundheit.
Die Möglichkeiten von Arbeitnehmern, die Verhältnisse am Arbeitsplatz so umzugestalten, dass Stress verringert wird, sind oft begrenzt und in der heutigen Arbeitsmarkt-Situation ist ein Stellenwechsel nicht leicht durchführbar. Gerade erwerbslos gewordene Menschen sind massiv betroffen und benötigen dringend Unterstützung, lange bevor sie aufgrund der untragbar erscheinenden Lebenssituation psychisch krank werden.
Neue Möglichkeiten, mit Stress oder belastenden Lebenssituationen umgehen zu können und Gesundheitsvorsorge gegen depressive Entwicklungen zu treiben, finden Sie in den Angeboten von gesSso.