Ritalin verändert das Gehirn
Aktualisiert (01. August 2010)
8. März 2010 — Deutsches Ärzteblatt
Der Ritalin®-Wirkstoff Methylphenidat wirkt in einem Gehirnteil, der Amygdala, auf zwei verschiedene Dopamin-Rezeptoren, was nach einer Studie in Nature Neuroscience (2010; doi: 10.1038/nn.2506) die unterschiedlichen Wirkungen einmal auf die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dann auf die Lernfähigkeiten erklären könnte. Dabei scheint es zu dauerhaften Veränderungen im Gehirn zu kommen.
Meine Meinung:
Zwei Schlussfolgerungen lassen sich aus den beiden Aussagen dieses Forschungsberichts ziehen:
1.) Erst nachdem Ritalin bereits seit Jahren massenhaft und immer noch zunehmend Kindern und Jugendlichen verordnet werden, finden Forscher überrascht heraus, wie es eigentlich im zentralen Nervensystem tatsächlich wirkt. Also hatte man bisher keine Kenntnis über die genauen Wirkdetails und hat es dennoch frei gegeben! Eine leider typische Verhaltensweise der Pharma-Industrie und des staatlichen Medizinzulassungs- und Gesundheitswesens.
2.) Erst jetzt stellt man so ganz nebenbei und mindestens ebenso überrascht fest, dass es nach der Einnahme von Ritalin zu irreversiblen Änderungen der synaptischen Verknüpfungen in der Amygdala kommt, über deren Folgen sich derzeit auch nach Abschluss dieser Forschungsarbeit keine Aussagen machen lassen!
Meine Frage:
Ist es angesichts dieser Ergebnisse nicht unverantwortlich, dieses Mittel (und andere ADHS-Mittel) weiter zu verordnen? Ist es nicht besonders unverantwortlich, solche unausgegorenen Mittel ausgerechnet auf den noch im Wachstum befindlichen, besonders sensiblen Organismus von jungen Menschen loszulassen?
Zudem ist die gesamte Verschreibungspraxis für Mittel gegen ADHS äußerst fragwürdig! Wie auch die frühere Nachricht zur Verschreibungspraxis bei ADHS zeigt!
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