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aus Angst: Krank zur Arbeit gehen

Aktualisiert (15. Juli 2010)

24. Juli 2009 — Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Einen Rekordtiefstand seit Einführung der Krankenstand-Statistik im Jahr 1970 meldete das Bundesministerium für Gesundheit Anfang letzter Woche. Danach lag im ersten Halbjahr 2009 der Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchschnittlich bei 3,24 Prozent.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit breitet sich das Phänomen Präsentismus aus: Besonders häufig gehen Menschen mit chronischen Krankheiten wie Rückenschmerzen und Migräne, Depressionen, Allergien oder Diabetes trotz Beschwerden zur Arbeit, obwohl sie eigentlich zu Hause bleiben sollten. Das kann jedoch nicht nur zu hohen Produktivitätsverlusten führen, sondern auch mittel- bis langfristig die Gesundheit der Beschäftigten gefährden. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Umstrukturierungen, Entlassungen, finanzielle Sorgen und die Angst arbeitslos zu werden, erheblich zu höheren Präsentismusraten beitragen. Andererseits gehen Beschäftigte aber auch krank ihrem Job nach, um Mehrarbeit für Kollegen zu verhindern, Termine einzuhalten und Kundenkontakte zu pflegen.

Meine Meinung: Egal ob die oben beschriebene Erscheinungen im Arbeitsleben nun mit Worten wie „Präsentatismus” oder mit „Sachzwängen durch Kostendruck” umschrieben werden, sie sind nur ein Punkt, an dem mal wieder die sozialwirtschaftliche und sozialpsychologische Misere in unserer Gesellschaft sichtbar wird: Solange wir nicht grundlegende gesellschaftliche Veränderungen durchführen, wodurch nicht mehr Macht, Geld und Rendite als oberste Werte gepflegt werden, sondern der Mensch mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen, die auf natürliche Weise erfüllt werden sollen, solange werden wir unter diesen Verhältnissen leiden müssen.
Leider lassen sich die bestehenden Missstände nicht kurzfristig ändern. Wir können aber unsere innere Einstellung und die Art, wie wir mit den Missständen und Belastungen umgehen, ändern und so einen Beitrag leisten zum Erhalt unserer Gesundheit. Die Angebote von gesSso zielen genau darauf ab!