ADHS-Medikamentenverordnungen auf dem Vormarsch
Aktualisiert (01. August 2010)
2. März 2009: Deutsches Ärzteblatt
Immer mehr Kinder erhalten Medikamente gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS). Laut einer Analyse der KKH-Allianz wurden im vergangenen Jahr 3,8 Prozent der Kinder zwischen 6 und 18 Jahren mit Psychostimulanzien (mit dem Wirkstoff Methylphenidat und Atomoxetin) gegen ADHS behandelt. Im Vergleich zu 2005 entspricht dies einer Steigerung von 52 Prozent!
Doch nicht nur die Anzahl der erkrankten Kinder ist gestiegen, auch der Jahresverbrauch entsprechender Medikamente pro Kind erreicht laut KKH-Allianz neue Höchstmarken. Während 2005 noch durchschnittlich 174 Tagesdosen der Stimulanzien je Kind verabreicht wurden, waren es im Jahr 2009 bereits 205 Tagesdosen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 18 Prozent.
„Es liegt die Vermutung nahe, dass zu viele Kinder mit den Wirkstoffen regelrecht ruhig gestellt werden sollen und dies über immer längere Zeiträume“, sagt KKH-Apotheker Peter Moormann.
Meine Meinung: Ich glaube, der KKH-Apotheker hat vollkommen Recht: Denn die Diagnostik und Verordnungspraxis kommt mehreren Interessengruppen sehr entgegen, allerdings wohl eher nicht den Interessen der betroffenen Kinder!
- Überforderte Eltern (und Lehrer) freuen sich über mehr Ruhe und Disziplin.
- Die Pharma-Industrie freut sich über gewaltige Umsatzsteigerungen.
- Und es bringt bei wenig Aufwand Zusatz-Umsätze in die Arzt-Praxen und Apotheken.
In einem weiteren Beitrag aus 2010 des Deutschen Ärzteblattes wird von „überraschenden Entdeckungen“ über die tiefgehenden Wirkungen von Ritalin berichtet: So wurden irreversible Veränderungen in der Amygdala festgestellt, einer Gehirnregion, die ganz wesentlich das grundlegende Gefühlsleben und Erleben von Menschen bestimmt. Niemand kann bisher ausschließen, dass ein mit Ritalin behandeltes Kind sich mit einem anderen Persönlichkeitsprofil entwickelt und andere Wesensmerkmale zeigt, als es seinem urpsrünglichen Wesen gemäß wäre. Gemessen an dem zweifelhaften Nutzen dieser Droge betrachte das ich deren Verordnung als unverantwortlich!
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