häufige Fragen…

Aktualisiert (11. November 2011)

Zur Organisation, Struktur und zu den Angeboten von gesSso werden bestimmte Fragen häufig gestellt. Ich habe sehr gerne Gespräche mit Interessenten und möchte durch diese Fragen- und Antworten-Seite keinesfalls den persönlichen Kontakt vermeiden. Oft scheuen aber Interessenten den Aufwand, extra nachzufragen, wenn etwas unklar ist. Daher habe ich mich entschlossen, diese Seite einzurichten. Ihre weiteren Fragen sind mir aber willkommen, am besten per E-Mail.

Klicken Sie einfach auf die Fragen, zu denen Sie eine Antwort interessiert!

Warum gibt es so viele Kurse, Workshops und Gruppen?

…wenn bisher kaum welche davon wirklich statt finden?

Die Vielzahl der gesSso-Angebote ist vergleichbar mit einem reichhaltigen Frühstücks-Buffet eines guten Restaurants. Der Inhaber weiß auch nicht genau im Voraus, auf was die Gäste Appetit haben werden. Und die Gäste sind glücklich, wenn sie eine große Auswahl haben, um genau das Passende für sich zu finden. — Genau darum geht es hier auch: Das was ich für sinnvoll halte und fachlich beherrsche, biete ich an und Sie können auswählen!

Warum bietet gesSso schwerpunktmäßig Gruppen an…

…wenn doch die meisten Menschen lieber Einzelgespräche führen würden?

Tatsache ist, dass nachweislich in den meisten Fällen Gruppenarbeit viel wirksamer und effizienter ist, als Einzelgespräche. Psychotherapeuten bieten Gruppen ungern an, weil die Abrechnungssätze, die sie von den Krankenkassen dafür erhalten, einfach lächerlich gering sind. — Aber es gibt noch einen Grund für die Unbeliebtheit von Gruppen-Angeboten: Manche Klienten schämen sich und sind in Sorge, dass sie in solchen Gruppen auf Bekannte treffen könnten, die nicht wissen sollten, dass es ihnen nicht so gut geht.

Aber es gibt einen äußerst überzeugenden Grund, an Gruppen teilzunehmen: Meine Leistungen werden weder jetzt noch in meiner Zukunft als Heilpraktiker für Psychotherapie von der Krankenkasse vergütet. Zurzeit muss ich Einzelberatungen auf der Grundlage von 60 Euro je Stunde berechnen. Zunehmend können sich dies aber die Klienten nicht leisten, denn bei zwei Doppelstunden je Woche entsteht für sie eine Monatsbelastung von 480 Euro. Zurzeit biete ich die Gruppen zu 15 Euro je Doppelstunde an, was zu einer Monatsbelastung von nur 60 Euro je Klient führt. Die für mich höhere Belastung durch die Leitung einer Gruppe führt bei 10 Teilnehmern auch zu einem höheren Stundensatz. — Zusätzlich kann ich mir es aufgrund dieser Beträge leisten, Menschen mit geringem Einkommen besondere Nachlässe zu geben.
Und um darauf zurück zu kommen: Mit diesen günstigen Teilnehmerbeiträgen ermögliche ich es vielen Menschen auch bei geringerem Einkommen meine Angebote zu nutzen.

Warum sind die gesSso-Angebote kostenpflichtig…

…wo doch normaler Weise Selbsthilfegruppen immer frei sind?

Sind Selbsthilfegruppen wirklich kostenlos? Alle, die ich bisher kennen gelernt hatte, haben einen freiwilligen Beitrag zu den Raum- und Nebenkosten gewünscht. Die realen Kosten wurden dabei natürlich selten gedeckt, sodass solche Gruppen immer vom Wohlwollen eines Sponsors abhängig sind, der z.B. den Raum samt Nebenaufwendungen zur Verfügung stellt. Damit ergibt sich zugleich eine Abhängigkeit und zuweilen auch eine inhaltliche Einflussnahme. Zuweilen tritt sogar die Pharma-Industrie als Sponsor von Selbsthilfegruppen auf, obwohl dies unzulässig ist.

Ich habe gesSso als kostenpflichtiges Angebot geschaffen,

  • weil die Inhalte von gesSso frei von Sponsor-Abhängigkeiten gestaltet werden sollen und daher eine ganz normale Kostenumlage und Preis-Kalkulation erfolgen muss.
  • weil die Arbeitsweise von gesSso wesentlich effizienter sein soll, als die üblicher Selbsthilfegruppen: Ich möchte, dass Teilnehmer ihre Ziele schneller erreichen können. Wenn demnach mehr Leistung geboten wird, soll diese auch honoriert werden.
  • weil ich die Qualität der gesSso-Angebote sichern will. Die Qualität ist direkt abhängig davon, wie engagiert die Teilnehmer mitwirken und sich in die Gruppen einbringen. Die Erfahrung zeigte, dass die Motivation der Teilnehmer bei kostenpflichtigen Angeboten erheblich höher ist. (Was nix kost, des is au nix.)

Warum zahlen Betroffene von SGB-Leistungen so viel weniger…

…ist das nicht ungleich und ungerecht?

Das sehe ich nicht so: Wer Leistungen nach dem SGB (Sozialgesetzbuch) bezieht, also z.B. ergänzende Leistungen zum Arbeitslohn, Arbeitslosengeld, Hartz IV, Grundsicherung usw. ist wirtschaftlich so schlecht gestellt (= ist betroffen / Betroffener), dass die gesSso-Angebote zu normalen Preisen für ihn unerreichbar wären. Gerade Menschen in Lebenslagen, die SGB-Leistungen beziehen, befinden sich besonders oft in Leid und können daher ganz besonders von gesSso-Angeboten Erleichterung erfahren.

Zudem haben viele Menschen nicht gelernt damit umzugehen, wenn plötzlich Arbeitslosigkeit, Ehescheidung / Trennung, Unfall / Krankheit, Rentenbeginn usw. eintreffen und eine hohe Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit gefordert sind. Gerade dann ist professionelle und effiziente Hilfe dringend nötig. Weil aber zu diesem Zeitpunkt die Betroffenen (noch) nicht krank sind, gewährt ihnen das Gesundheitssystem keine vorbeugende Hilfe.
Mit der Teilnahme an gesSso-Gruppen können sich Menschen gerade in diesen Krisen-Situationen schnell und effizient selbst helfen und so verhindern, dass sie durch die Folgen der Belastungen ernsthaft erkranken.

Warum findet bei gesSso keine Heilbehandlung und keine Therapie statt…

…das wäre doch nur konsequent?

Rein vom Thema und Inhalt her wäre das wirklich konsequent. Aber zurzeit fehlt mir die dazu erforderliche Erlaubnis nach dem Heilberufsgesetz bzw. dem Psychotherapeutengesetz. Aber ich arbeite zurzeit daran, mich entsprechend zu qualifizieren.
Wegen dieser gesetzlichen Vorgaben, aber auch aus meinem Verantwortungsgefühl heraus, achte ich sehr genau darauf, dass die Grenzen zur Therapie und Heilbehandlung in den Angeboten von gesSso nicht überschritten werden.

Warum beschränken sich die Angebote von gesSso auf Gesundheitsvorsorge…

…die „Kranken” hätten es doch eigentlich viel nötiger?

Die reine Logik würde Ihre Ansicht bestätigen. Aber völlig zu Recht möchte der Gesetzgeber nicht, dass jemand eine Heilbehandlung durchführen, ohne hierzu hinreichend qualifiziert zu sein. Diese gesetzliche Begrenzung gilt auch für mich und meine gesSso-Angebote.

Für alle, die es genau wissen wollen:

  • Ein Psychologischer Berater darf Menschen in Fragen belastender Alltagssituationen, Umgang mit besonderen / belastenden Lebenslagen, Konflikten usw. beraten. Dabei darf er in der Beratung nur solche Methoden einsetzen, die selbst bei psychisch beeinträchtigten Menschen mit großer Sicherheit keine Gefahren auslösen können. Dennoch darf ein psychologischer Berater seine Angebote nicht gezielt an Menschen mit einer eventuellen „Krankheit” richten, auch um keine falschen Erwartungen zu wecken. — Die Berufsbezeichnung »Psychologischer Berater« ist leider nicht geschützt.
  • Ein »Heilpraktiker für Psychotherapie«*) darf Psychotherapie in allen Verfahren und auch in Verfahrens-Kombinationen anbieten, jedoch keine körperlichen Erkrankungen behandeln, Medikamente verordnen oder Arbeitsunfähigkeit attestieren. Hat ein psychisches Problem körperliche Ursachen, so darf der Heilpraktiker nicht tätig werden.
    *) = gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung.
  • Ein Psychiater mit psychotherapeutischer Ausbildung*), psychologischer Psychotherapeut*) oder ein Arzt*) mit psychologisch-/therapeutischer Zusatzausbildung darf Psychotherapie in allen Verfahren anwenden. Allerdings werden nur die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologischen und die psychoanalytischen Verfahren von Sozialträgern als „anerkannte Therapieformen” akzeptiert, die  z.B. über die Gesetzlichen Krankenkassen abrechnungsfähig sind. Allerdings verringern immer mehr Private Krankenversicherungen ihre Leistungen auf den Standard der Gesetzlichen Krankenkassen.
    Nur Psychiater, Ärzte und ärztliche Psychotherapeuten dürfen Medikamente verordnen. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine körperlichen Krankheiten behandeln und keine Medikamente verordnen. Alle der in diesem Punkt genannten Therapeuten dürfen auch Arbeitsunfähigkeit attestieren.
    Die mit *) markierten Titel sind gesetzlich geschützte Berufsbezeichnungen.

Warum haben gesSso-Gruppen eine Leitung…

…im Selbsthilfebereich ist das doch unüblich?

gesSso arbeitet teilweise ähnlich wie es in Selbsthilfegruppen üblich ist, geht aber hinsichtlich der Struktur, der Abläufe und Intensität der Inhalte deutlich über den Rahmen üblicher Selbsthilfegruppen hinaus — einfach nur, um die Teilnahme an den Gruppen besonders wirksam und effizient zu machen.
Die Gruppenleitung bei gesSso muss daher mindestens eine Fachausbildung als »Psychologischer Berater« vorweisen, eine Eigen-Therapie durchlaufen haben und über mindestens 1-jährige praktische Erfahrung in Gruppenarbeit verfügen.

Welche Aufgaben und welche Rolle hat die Leitung einer Gruppe?

Der Leiter sorgt für den organisatorischen und strukturellen Ablauf der Gruppen, so wie dieser in der gesSso-Konzeption vorgegeben ist. Insbesondere achtet der Leiter darauf, dass jeder Teilnehmer in seiner Persönlichkeit so akzeptiert wird, wie er ist.
Niemals werden bei gesSso bestimmte Erkenntnisse, Verhaltensweisen oder Einstellungen bewertet oder gar idealisiert und so als wünschenswerte Ziele für persönliche Veränderungen dargestellt.
Der Leiter der Gruppe trägt im Rahmen der Gruppenkonzeption dazu bei, dass die Teilnehmer nur in dem Maße Unterstützung erhalten, wie sie es sich für ihre Erkenntnis- und Veränderungsprozesse selbst wünschen.

Wie steht gesSso zu anderen Selbsthilfe- und den Anonymous-Gruppen?

…machen Sie denen nicht unnötig Wettbewerb?

Ich verstehe die gesSso-Angebote nicht als Konkurrenz zu dem Angebot anderer Gruppen oder Institutionen wie z.B. die der Caritas oder Diakonie. Dazu ist sowohl die Arbeitsweise, die Intensität der Gruppen, als auch der Themenbereich viel zu unterschiedlich. In den kostenlosen gesSso-Info-Veranstaltungen können Sie alles erfahren, um für sich zu entscheiden zu können, ob Sie gesSso-Angebote zusätzlich zum Angebot anderer Gruppen wahrnehmen möchten oder statt dessen.

Warum gibt es gesSso als Gewerbe und nicht zum Beispiel als eingetragenen Verein?

Viele Hilfsangebote im Bereich Gesundheitsvorsorge oder Selbsthilfe haben als Rahmen für ihre Aktivitäten die Form des Vereins. Man ist bereit, einen gewissen Verwaltungsaufwand in Kauf zu nehmen, um die rechtlichen und finanziellen Vergünstigungen eines Vereins zu erhalten. Im Gegenzug gibt es bestimmte Einschränkungen, z.B. dass der Verein seine Mitglieder, die im Rahmen des Vereins Leistungen erbringen, nicht entlohnen darf.
Ich meine, dass ich im Rahmen meiner gesSso-Angebote gute Leistungen erbringe. Und dafür sollte ich eine angemessene Gegenleistung erhalten, z.B. in Form von Geld. Wenn ich also Einnahmen erziele, kann dies nicht im Rahmen eines Vereins geschehen. Außerhalb eines Vereins müssen Einnahmen versteuert werden. Also bleibt mir nur die Möglichkeit, ein Gewerbe anzumelden.

Ich bin allen Ernstes darauf angesprochen worden, dass sich selbsthilfe-ähnliche Arbeit nicht mit der Gewinnerzielungsabsicht einer Gewerbeausübung verbinden ließe. — Ich weise darauf hin, dass jeder Arzt, Therapeut oder Heilpraktiker, jede Hebamme nicht nur aus Menschlichkeit, sondern auch aus Gewinnerzielungsabsicht freiberuflich tätig ist. Und Krankenhäuser, Gesundheitszentren usw. sind oft sogar in riesigen Firmengeflechten integriert, in denen es dann tatsächlich fast nur noch um Gewinnerzielung und nicht mehr um die Gesundheit der Menschen geht.

Warum kann ich gesSso telefonisch so schlecht erreichen?

…wenn es mir nicht so gut geht, möchte ich gerne eine „Hotline” anrufen können.

Es würde für mich selbst eine viel zu hohe Belastung bedeuten, wenn ich eine Art „Telefonseelsorge” oder ein „Notfall- und Sorgen-Telefon” einrichten würde. Wenn Sie Fragen zu den Angeboten von gesSso haben oder zur Teilnahme an Veranstaltungen, senden Sie mir bitte möglichst eine eMail.

Meine Erfahrung besagt, dass es nur wenig gibt, das nicht im Rahmen einer Gruppe —speziell im Rahmen eines Workshop — besprochen und bearbeitet werden kann. Deshalb biete ich nur ausnahmsweise „Einzel-Gespräche” an.
Übrigens: Teilnehmer von Workshops und am Kurs »Vorsorge vor BurnOut & Depression« können sich kostenlos in E-Mail-Listen eintragen. Darüber können sie zusätzlich untereinander in Verbindung bleiben und sich bei Bedarf gegenseitig helfen.

Warum bieten Sie keine Beratungsleistung über das Internet an?

…das wird immer mehr gemacht, ist bequemer für Ratsuchende und senkt die Hemmschwelle.

Ich halte von derartigen Angeboten überhaupt nichts! Denn nur im persönlichen Gespräch kann ich den Ratsuchenden in seiner ganzen Erscheinung als Mensch wahrnehmen und nur so kann ich ein mitfühlendes Gespräch führen. Nur im persönlichen Kontakt kann meine Intuition wirklich arbeiten und nur so kann ich dem berechtigten Wunsch des Ratsuchenden gerecht werden, voll angenommen zu werden, wie er ist, und angehört und verstanden werden!

Warum gibt es auf der gesSso-Website kein Diskussionsforum über psychische Probleme und deren Lösungen?

…das würde doch den Selbsthilfegedanken mit modernen Mitteln in die Tat umsetzen, oder?

Internet-Foren, in denen über psychische Probleme gesprochen wird, lehne ich eher ab, weil diese sehr oft von der Pharma-Industrie gesponsort werden und deren Helfershelfer sich oft als Forenbenutzer tarnen und pillenfreundliche Beiträge einfügen. Sogar das Forum des Kompetenznetz Depression / Bündnis Depression halte ich für unterwandert, wenn ich dort sehe, mit welcher Hemmungslosigkeit und Kritiklosigkeit über die Einnahme von Psychopharmaka geschwätzt wird!

Internet-Foren zu psychischen Problemen sehe ich nur dann als seriös an, wenn eine ständige und fachlich qualifizierte Moderation und Überwachung des Forum stattfindet. Dies kann aber nicht sicher gestellt werden, zumindest, weil der Zeitaufwand zu hoch wäre. Ich rate daher grundsätzlich davon ab, sich Hilfe über das Internet aus Foren zu beschaffen!

Warum gibt es auf der gesSso-Website keine Buttons von Facebook, Twitter, Google, VZ-Communities usw.?

damit könnten die Angebote von gesSso doch leichter von Hilfesuchenden gefunden werden.

Das ist der Vorteil, mit dem die genannten und andere Anbieter neue Mitglieder werben. Leider geht man sogleich die Verpflichtung ein, enorm viele Daten an diese sogenannten „sozialen Gemeinschaften” zu liefern und sich de facto im Internet nackt zu präsentieren. Und mit diesen gesammelten Daten werden die fetten Geschäfte gemacht. Dies ist mit meinem Verständnis von Datenschutz und Privatsphäre unvereinbar. Daher halte ich solche „Communities” nicht für „sozial” wie sie sich gerne bezeichnen, sondern für extrem asozial! (siehe auch diesen Beitrag des Heise-Verlag hier)